Was Sie nach jedem Tragen tun
Ihr Hörgerät sitzt im Schnitt 8,8 Stunden am Tag am oder im Ohr. Das ergab die Befragung EuroTrak Germany 2025. In dieser Zeit sammelt es Schweiß, Hautfett und Ohrenschmalz. Pflegen Sie es deshalb jeden Abend nach einer festen Gewohnheit, nicht erst, wenn Schmutz zu sehen ist. Das kostet zwei Minuten und schont die empfindlichen Teile.
Wer die Pflege wochenlang auslässt, merkt oft lange nichts. Feuchtigkeit und Ablagerungen sammeln sich langsam. Erst nach Monaten zeigt sich die Folge: Der Klang wird schleichend schlechter, oder das Gerät fällt plötzlich aus. Dann hilft oft kein einfacher Filterwechsel mehr. So gehen Sie jeden Abend vor.
- Nehmen Sie das Hörgerät ab und wischen Sie Gehäuse und Ohrstück oder Schirmchen mit einem trockenen, weichen Tuch ab.
- Öffnen Sie bei einem Gerät mit Batterie das Batteriefach ganz, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
- Legen Sie das Gerät in eine Trockenbox oder in ein elektrisches Trockengerät.
- Schauen Sie kurz nach, ob Ohrenschmalz an der Öffnung des Hörers oder am Filter sitzt.
- Lassen Sie das Gerät bis zum Morgen in der Trockenbox, statt es offen auf den Nachttisch zu legen.
Diese fünf Schritte gelten für jede Bauform. Was sich je nach Bauform unterscheidet, zeigt der nächste Abschnitt.
Wie oft Sie welches Teil reinigen
Die drei Bauformen haben ihre empfindlichen Stellen an verschiedenen Orten. Ein Gerät hinter dem Ohr hat einen Schlauch und ein Ohrstück oder Schirmchen. Beim Im-Ohr-Gerät steckt die ganze Technik in der Schale im Gehörgang. Beim Gerät mit Hörer im Gehörgang sitzt der empfindliche Hörer direkt im Ohr, oft nur durch einen kleinen Filter geschützt. Den Aufbau der Bauformen erklärt der Ratgeber Hörgerät hinter dem Ohr oder im Ohr.
| Teil | Bauform | Wie oft | Womit |
|---|---|---|---|
| Gehäuse und Öffnungen der Mikrofone | alle | täglich | trockenes, weiches Tuch |
| Ohrstück oder Schirmchen | hinter dem Ohr, Hörer im Gehörgang | täglich abwischen, einmal pro Woche gründlicher | Tuch, bei Bedarf Reinigungsmittel, das der Hörakustiker empfiehlt |
| Filter gegen Ohrenschmalz | Hörer im Gehörgang, Im-Ohr-Gerät | wechseln, sobald der Klang leiser oder dumpf wird | neuer Filter aus dem Wechselset |
| Schale | Im-Ohr-Gerät | täglich außen abwischen | trockenes Tuch, keine Flüssigkeit |
| Schlauch | hinter dem Ohr | wechseln, wenn er hart oder verfärbt ist | beim Hörakustiker |
| Kontakte der Batterie | Geräte mit Batterie | bei Belag sofort | trockenes Tuch, bei Rost zum Hörakustiker |
Zur Pflege gehört auch die Bürste, die beim Gerät liegt. Führen Sie die weichen Borsten vorsichtig über die Öffnungen der Mikrofone, ohne zu drücken. Ein kleines Werkzeug mit Schlaufe holt Ohrenschmalz aus der Öffnung des Hörers. Anders als ein spitzer Gegenstand drückt es den Schmalz nicht hinein.
Was Sie nie mit dem Hörgerät tun sollten
So klein ein Hörgerät ist, so empfindlich ist seine Technik. Vier Fehler führen besonders oft zu Reparaturen.
- Kein Wasser: Nehmen Sie das Gerät vor Duschen, Baden, Haarewaschen und Schwimmen ab, auch wenn es gegen Wasser geschützt ist.
- Kein Alkohol und kein Desinfektionsmittel: Sie greifen Dichtungen und Gehäuse an.
- Nichts Spitzes in Mikrofon oder Hörer: Eine Büroklammer oder Nadel drückt Ohrenschmalz nur tiefer hinein.
- Keine Hitze: Backofen, Mikrowelle, Heizkörper und die pralle Sonne im Auto verformen das Gehäuse und schaden dem Akku.
Warum Feuchtigkeit mehr schadet als Schmutz
Schmutz lässt sich abwischen. Feuchtigkeit dagegen zieht in Ritzen und Kontakte. Mit dem Salz aus dem Schweiß greift sie die Elektronik an, lange bevor Sie etwas merken. Viele neue Hörgeräte haben deshalb eine Schutzklasse gegen Staub und Wasser. Oft steht dort IP68. Nach der Norm heißt das: staubdicht und geschützt beim Untertauchen, unter Bedingungen, die der Hersteller festlegt.
Die Schutzklasse beschreibt eine Prüfung im Labor. Sie heißt nicht, dass Sie mit dem Gerät duschen oder schwimmen sollen. Seife, Chlor, Salzwasser und heißer Dampf sind etwas anderes als die Prüfung. Halten Sie sich an die Anleitung Ihres Geräts.
Ein elektrisches Trockengerät mit Gebläse zieht die Feuchtigkeit aktiv aus dem Gehäuse. Eine Trockenbox mit Kapseln hält nur die Luft um das Gerät trocken und braucht dafür länger. Beide entfernen aber kein Ohrenschmalz. Den kurzen Blick auf Filter und Hörer ersetzen sie nicht.
Was der Hörakustiker bei der Kontrolle macht
Neben der Pflege zu Hause lohnt sich mindestens einmal im Jahr eine Kontrolle beim Hörakustiker. In den sechs Jahren nach dem Kauf gehören Reinigung, neue Einstellungen und Reparaturen zur Nachsorge, die mit dem Preis der Kasse bezahlt ist. Der Hörakustiker hat Geräte, die zu Hause fehlen. Dazu gehört etwa ein Gerät, das Verstärkung und Klang misst.
Ansehen
Der Hörakustiker prüft Gehäuse, Schlauch und Ohrstück auf Risse, harte Stellen und Verfärbungen.
Reinigen
Er reinigt Ohrstück und Hörer gründlich und tauscht verbrauchte Teile wie Schlauch, Filter oder Schirmchen.
Messen
Er misst, ob das Gerät noch so verstärkt wie bei der Anpassung.
Nachstellen
Weicht die Messung ab oder hören Sie schlechter, stellt er das Gerät neu ein.
Bringen Sie das Gerät auch zwischendurch vorbei, wenn der Klang plötzlich schlechter wird. Ein frühes Nachstellen verhindert oft eine größere Reparatur.
Woran Sie erkennen, dass das Gerät zum Hörakustiker muss
Manche Fehler können Sie zu Hause nicht beheben. Reparieren Sie dann nicht selbst, auch wenn eine Anleitung im Internet das nahelegt. Ein geöffnetes Gehäuse ist danach oft nicht mehr dicht, auch wenn Sie es wieder schließen.
- Der Klang bleibt dumpf, obwohl Sie den Filter schon gewechselt haben.
- Das Gerät pfeift ständig, obwohl es richtig im Ohr sitzt.
- Sie sehen Risse oder Verfärbungen an Ohrstück, Schale oder Schlauch.
- Das Gerät ist nass geworden, etwa im Regen oder beim Haarewaschen.
- Der Akku hält plötzlich deutlich kürzer, obwohl Sie das Gerät wie immer nutzen.
Leere Batterien gehören nicht in den Hausmüll. Jedes Geschäft, das Batterien verkauft, muss alte kostenlos zurücknehmen, auch Ihr Hörakustiker.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich den Filter meines Hörgeräts wechseln?
Einen festen Abstand gibt es nicht. Wechseln Sie den Filter gegen Ohrenschmalz, sobald der Klang leiser oder dumpfer wird, auch wenn das schon nach wenigen Tagen ist. Der Hörakustiker zeigt Ihnen bei der Anpassung, wie der Wechsel geht und woran Sie einen verstopften Filter erkennen.
Darf ich mein Hörgerät mit Wasser reinigen?
Nein, auch ein Hörgerät mit hoher Schutzklasse sollten Sie nicht unter Wasser halten oder abspülen. Die Schutzklasse beschreibt eine Prüfung im Labor, keine Reinigung mit Wasser. Wischen Sie das Gerät mit einem trockenen, weichen Tuch ab und nutzen Sie die Bürste aus dem Set.
Was mache ich, wenn mein Hörgerät nass geworden ist?
Nehmen Sie das nasse Hörgerät sofort ab, öffnen Sie das Batteriefach und legen Sie es in eine Trockenbox oder ein elektrisches Trockengerät. Schalten Sie es nicht gleich wieder ein. Klingt es danach weiter gestört, bringen Sie es bald zum Hörakustiker, statt es selbst zu öffnen.
Kostet die Reinigung beim Hörakustiker extra?
In den sechs Jahren nach dem Kauf kostet die Reinigung beim Hörakustiker in der Regel nichts extra. Kontrolle, Reinigung, neue Einstellungen und Reparaturen gehören zur Nachsorge, die mit dem Preis der Kasse bezahlt ist. Bei einem Gerät mit Aufpreis können Reparaturen teilweise auf Sie entfallen.
Wie bewahre ich mein Hörgerät auf, wenn ich es nicht trage?
Bewahren Sie das Hörgerät in der Trockenbox mit frischer Kapsel auf, an einem trockenen, kühlen Ort und nicht im Bad. Tragen Sie es mehrere Wochen nicht, nehmen Sie die Batterie heraus. So kann sie nicht auslaufen und die Kontakte beschädigen.
