Hörakustikerliste

Ratgeber

Ab wie viel Dezibel wird Lärm in der Freizeit gefährlich

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Nach der Weltgesundheitsorganisation können Sie Musik mit 80 Dezibel bis zu 40 Stunden pro Woche sicher hören. Bei 100 Dezibel sind es nur noch 20 Minuten. Bei Konzerten und in Clubs soll der Pegel im Mittel höchstens 99 Dezibel erreichen. Stellen Sie Kopfhörer auf höchstens 60 Prozent der vollen Lautstärke.

Sichere Menge für Musik über Kopfhörer
80 Dezibel, bis 40 Stunden pro Woche
Weltgesundheitsorganisation, Safe listening, Stand 22. September 2026
Pegel bei Konzerten und in Clubs, höchstens
99 Dezibel im Mittel über 30 Minuten
Norm DIN 15905-5, Stand 22. September 2026
Knall einer Spielzeugpistole direkt am Ohr
160 Dezibel und mehr
Umweltbundesamt, Gehörschäden, Stand 26. März 2021
Eine junge Frau trägt bei einem Rockkonzert Ohrstöpsel aus Schaumstoff
Bild: KI generiert.

Was die WHO als sichere Menge für die Ohren empfiehlt

Für die Weltgesundheitsorganisation zählt nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Zeit. Bei 80 Dezibel gelten 40 Stunden pro Woche als sicher. Wird es lauter, sinkt die sichere Zeit sehr schnell. Bei 90 Dezibel sind es nur noch 4 Stunden pro Woche, bei 100 Dezibel 20 Minuten.

Für Kopfhörer heißt das: Stellen Sie die Lautstärke auf höchstens 60 Prozent. Das empfiehlt die WHO für alle Geräte. Ein einfacher Test hilft zusätzlich. Müssen Sie die Stimme heben, damit Sie jemand eine Armlänge entfernt versteht, ist es zu laut.

Die Tabelle zeigt die sichere Zeit pro Woche: 40 Stunden bei 80 Dezibel, 4 Stunden bei 90 Dezibel, 20 Minuten bei 100 Dezibel.

Sichere Hördauer pro Woche nach der Weltgesundheitsorganisation, mit Beispielen der WHO.
LautstärkeSichere Dauer pro WocheBeispiel
80 Dezibel40 StundenTürklingel
85 Dezibel12 Stunden 30 Minutenstarker Verkehr, im Auto gehört
90 Dezibel4 Stundenlautes Rufen
95 Dezibel1 Stunde 15 MinutenMotorrad
100 Dezibel20 MinutenHaartrockner

Diese Zeichen zeigen, dass es gerade zu laut ist.

  • Sie müssen die Stimme heben, damit Sie jemand neben Ihnen versteht.
  • Nach dem Verlassen des lauten Orts hören Sie gedämpft, wie durch Watte.
  • Im Ohr klingelt, rauscht oder pfeift es, obwohl es um Sie herum leise ist.
  • Sie spüren beim Hören Schmerzen oder Druck im Ohr.

Kopfhörer, Konzerte und Spielzeug werden sehr laut

Nach Messungen des Umweltbundesamts erreichen Abspielgeräte mit Ohrhörern bis zu 110 Dezibel. Stichproben in Diskotheken und bei Live-Musik ergaben 90 bis 110 Dezibel. Am Arbeitsplatz dürfen es im Mittel über acht Stunden höchstens 85 Dezibel sein. Viele Freizeitorte sind also deutlich lauter als ein erlaubter Arbeitsplatz.

Besonders hoch sind kurze Knalle. Das Umweltbundesamt hat bei Spielzeugpistolen, die direkt am Ohr abgefeuert wurden, 160 Dezibel und mehr gemessen. Ein einziger solcher Knall kann das Innenohr sofort und dauerhaft schädigen. Die feinen Sinneszellen im Innenohr wachsen nicht nach.

Wie laut Konzerte und Clubs sein dürfen

Für Konzerte, Clubs und Festivals mit Lautsprecheranlage gibt es eine Norm, DIN 15905-5. Sie begrenzt den Pegel am lautesten Platz im Publikum. Im Mittel über 30 Minuten soll er 99 Dezibel nicht übersteigen. Kurze Spitzen haben eine eigene, höhere Grenze. Die Tontechnik soll den Pegel während der Veranstaltung messen und aufzeichnen.

Die Norm ist kein Gesetz wie die Regeln für den Lärm am Arbeitsplatz. Sie ist eine anerkannte Regel der Technik, auf die sich Veranstalter, Versicherungen und Gerichte im Streit stützen. Für Ihr Gehör ändert das wenig. 99 Dezibel über einen ganzen Abend sind für ein ungeschütztes Ohr schon viel. Nach der Tabelle der WHO liegt die sichere Zeit bei dieser Lautstärke unter einer Stunde pro Woche.

Warum Kinderohren mehr Schutz brauchen

Kinder haben kleinere Gehörgänge als Erwachsene. Darin wird der Schall stärker verstärkt, vor allem bei hohen Tönen. Dieselbe Einstellung kommt am Trommelfell eines Kindes deshalb lauter an. Ein Kinderohr braucht außerdem Pausen. Das Umweltbundesamt rät zu Ruhezeiten unter 70 Dezibel, in denen sich die Ohren erholen können.

Viele Hersteller begrenzen Kinderkopfhörer auf 85 Dezibel und werben damit. Auch das ist über viele Stunden eine Belastung. Nach der Tabelle der WHO sind 85 Dezibel schon für Erwachsene nur gut 12 Stunden pro Woche sicher. Achten Sie deshalb auch bei Kinderkopfhörern auf die Lautstärke und auf Pausen.

Kinder drehen die Lautstärke oft selbst hoch, etwa um Geräusche um sie herum zu übertönen. Das Risiko können sie nicht einschätzen. Kopfhörer für Erwachsene sind für Kinder keine gute Wahl, weil sie viel lauter werden können.

So schützen Sie Ihr Gehör im Alltag

Die einfachste Regel bleibt: Lautstärke auf höchstens 60 Prozent, bei jedem Gerät. Viele Handys und Kopfhörer zeigen inzwischen an, wie viel Lautstärke Sie in dieser Woche schon gehört haben. Sie warnen, bevor es zu viel wird. Nehmen Sie diese Warnung ernst, statt sie wegzuklicken.

Bei Konzerten und in Clubs helfen drei Dinge, egal wie laut die Anlage ist. Halten Sie Abstand zu den Lautsprechern. Gönnen Sie den Ohren jede Stunde etwa 10 Minuten Ruhe, so rät es die WHO. Und tragen Sie Ohrstöpsel. Für den gelegentlichen Konzertbesuch reichen einfache Stöpsel aus der Drogerie. Wer oft auf Konzerten ist oder selbst Musik macht, findet passende Filter im Ratgeber zum Gehörschutz für Musiker.

In 4 Schritten zur sicheren Lautstärke
  1. Lautstärke begrenzen

    Regler auf höchstens 60 Prozent, egal ob Kopfhörer oder Lautsprecher.

  2. Warnungen ernst nehmen

    Warnt das Handy vor zu viel Lautstärke, drehen Sie wirklich leiser.

  3. Pausen machen

    Nach jeder Stunde Lärm etwa 10 Minuten Ruhe, damit sich das Gehör erholt.

  4. Auf Zeichen achten

    Klingeln, Rauschen oder gedämpftes Hören danach heißen: Beim nächsten Mal leiser.

Für den nächsten Konzertbesuch gehen Sie so vor.

  1. Rechnen Sie in Clubs und bei Rockkonzerten mit 90 bis 110 Dezibel.
  2. Wählen Sie Stöpsel, die alle Töne möglichst gleich dämpfen, sonst klingt die Musik dumpf.
  3. Setzen Sie die Stöpsel vor dem ersten lauten Ton ein, nicht erst, wenn es schmerzt.
  4. Halten Sie trotzdem Abstand zu den Lautsprechern. Stöpsel ersetzen keinen guten Platz.
  5. Geben Sie Kindern eigenen, kleineren Gehörschutz. Modelle für Erwachsene sitzen bei ihnen nicht dicht.

Wann ein Klingeln im Ohr zum Warnsignal wird

Klingt es nach einem lauten Konzert noch stundenlang im Ohr, hat das Gehör eine Überlastung erlitten. Es braucht länger als sonst, um wieder normal zu hören. Das ist ein Warnsignal, keine harmlose Folge eines schönen Abends. Passiert es oft, steigt das Risiko für einen bleibenden Tinnitus oder Hörverlust.

Geht ein Ohrgeräusch nach einer lauten Veranstaltung nicht innerhalb eines Tages weg, gehen Sie zum HNO-Arzt. Was der Hörakustiker bei einem Ohrgeräusch messen kann, erklärt der Ratgeber zur Tinnitus-Analyse.

Häufige Fragen

Ab wie viel Dezibel schaden Kopfhörer dem Gehör?

Nach der Weltgesundheitsorganisation sind 80 Dezibel bis zu 40 Stunden pro Woche sicher. Bei 90 Dezibel sind es nur noch 4 Stunden, bei 100 Dezibel 20 Minuten pro Woche. Stellen Sie Kopfhörer deshalb auf höchstens 60 Prozent der vollen Lautstärke.

Wie laut darf ein Konzert oder eine Disco sein?

Nach der Norm DIN 15905-5 soll der Pegel am lautesten Platz im Publikum im Mittel über 30 Minuten höchstens 99 Dezibel erreichen. Für kurze Spitzen gilt eine eigene Grenze. Die Norm ist eine anerkannte Regel der Technik, kein Gesetz.

Wie laut dürfen Kinderkopfhörer sein?

Viele Hersteller begrenzen Kinderkopfhörer auf 85 Dezibel. Auch das ist über viele Stunden eine Belastung, denn nach der WHO sind 85 Dezibel schon für Erwachsene nur gut 12 Stunden pro Woche sicher. Achten Sie bei Kindern auf niedrige Lautstärke und regelmäßige Pausen.

Woran merke ich, dass es gerade zu laut ist?

Es ist zu laut, wenn Sie die Stimme heben müssen, damit Sie jemand eine Armlänge entfernt versteht. Auch Schmerzen im Ohr, gedämpftes Hören danach oder ein Klingeln sind Warnzeichen. Drehen Sie dann leiser oder suchen Sie einen ruhigeren Platz.

Schadet ein kurzer, sehr lauter Knall wie Dauerlärm?

Ein kurzer, sehr lauter Knall schadet auf andere Weise als Dauerlärm. Eine Spielzeugpistole direkt am Ohr erreicht 160 Dezibel und mehr und kann das Gehör sofort schädigen. Bei Dauerlärm zählt dagegen die Summe aus Lautstärke und Zeit über die Woche.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Deafness and hearing loss: Safe listening, World Health Organization (WHO),
  2. Infoseite zur DIN 15905-5, DIN 15905-5 Infoseite (Veranstaltungstechnik, Tontechnik),
  3. Gehörschäden, Umweltbundesamt,
  4. Gehör von Heranwachsenden reagiert besonders empfindlich auf Lärmbelastung, Kinderärzte im Netz (Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte),
  5. Kinderkopfhörer im Test: Einer ist gut, drei sind zu laut, Stiftung Warentest,
  6. Merkblatt zur Berufskrankheit Nr. 2301 Lärmschwerhörigkeit, Bekanntmachung des BMAS vom 1. Juli 2008, Disclaimer Stand 12/2025, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA),
  7. FB PSA SG Gehörschutz - FAQs, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV),

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Stand dieser Angaben: 2. Oktober 2026.